Holz
Im Gegensatz zu fossilen Rohstoffen wie Erdgas oder Erdöl, die, einmal verbraucht auf immer verschwunden sind, ist Holz als nachwachsender Rohstoff einer der vielseitigsten Rohstoffe überhaupt. In Zeiten steigenden Umweltbewusstseins und einem nachhaltigen Umgang mit Rohstoffen, kommt Holz daher eine zunehmend bedeutendere Rolle zu. Dies betrifft insbesondere auch seine Verwendung als Brennstoff. Vorbei sind glücklicherweise die Zeiten als Holz noch unbesehen in wenig effizienten Öfen zum Heizen oder zum Kochen verbrannt wurde. Moderne Holzkraftwerke aber auch private Öfen, die mit sogenannten Pellets betrieben werden, ermöglichen es heute, einen effizienten Nutzen aus der Verbrennung von Holz zu erzielen. Dies hat zur Folge, dass in Deutschland bereits 2 % der Energieversorgung durch die Verbrennung von Holz gedeckt wird.
Rohstoff Holz in Deutschland
Der Verbrauch von Holz nimmt in Deutschland ständig zu. So erreichte 2007 der Holzeinschlag mit fast 76 Millionen Festmetern eine neue Rekordmarke. Natürlich wird nur ein Teil dieser Menge zur Energiegewinnung genutzt. Es zeigt aber die wachsende Bedeutung des Rohstoffs Holz. Neben diesem Festholz fallen darüber hinaus noch gut 10 Millionen Tonnen Holz- und Grünabfälle aller Art an. Diese kommen jedoch nicht nur aus deutschen Wäldern, sondern werden auch über die kommunalen Wertstoffhöfe gesammelt. Dazu zählen vor allem kleine Äste, Zweige und Grünabfälle aller Art, z.B. Laub. Neben diesen „natürlichen“ Holzabfällen spielt auch sogenanntes Altholz eine wichtige Rolle. Neben Holz aus Sperrmüll und Abbruchholz, handelt es sich hierbei vorwiegend um Baubretter, Eisenbahnschwellen, Telegrafenstangen, Zaunlatten und sonstigen Industriehölzern. Da dieses Holz in der Regel imprägniert ist, muss es in speziellen Verbrennungsanlagen, die giftige Schadstoffe ausspülen und energiereiche und umweltschädliche Gase abgeben, verarbeitet werden. Eine andere Art der Verwendung ist die Hochtemperatur-Verschwelung. Dabei werden aus Holz und anderen organischen Stoffen chemische Grundstoffe hergestellt, die fossile Quellen ersetzen können.
Ökobilanz
Die Ökobilanz von Holz ist gut, da seine Verwendung zur Energiegewinnung Kohlendioxid-neutral ausfällt, d. h. es wird nur soviel Kohlendioxid freigesetzt, wie beim Wachstum aufgenommen wurde. Da mit den modernen Heizkraftwerken nicht nur natürliches Festholz und Holzschnitzel verarbeitet werden können, sondern auch alle Sorten von Abfallholz, kann vor allem letzteres wieder sinnvoll in den Energiekreislauf eingespeist werden. In diesem Fall muss jedoch die Verbrennung nicht Kohlendioxid-neutraler Substanzen mit in die Bilanz einbezogen werden.
Energiegewinnung aus Holz
Die Energiegewinnung aus Holz geschieht in Biomasse-Heizkraftwerken. Das vorbereitete Holz, zerhäckselt und von störenden Fremdbestandteilen wie Nägeln, Scharnieren, etc. befreit, wird in einem Biomassekessel bei ca. 900°C verbrannt. Bei diesem Prozess entstehen Rauchgase, die mittels Wärmetauschung Wasserdampf erzeugen. Dieser Wasserdampf treibt dann eine Turbine an, die Strom erzeugt. Die abgekühlten Rauchgase werden in einer Rauchgasreinigungsanlage von Schadstoffen und Staubpartikeln befreit ehe sie über einen Kamin abgelassen werden. Übrig bleibt dann nur noch Flugasche, die weiteren Verwendungszwecken zugeführt wird. Dies erfolgt meistens als Dünger oder bei Schadstoffbelastung über die Entsorgung auf Sondermülldeponien.
Zukunftsperspektiven
Der Einsatz von Holz zur Energiegewinnung steht und fällt mit den Weltmarktpreisen fossiler Rohstoffe. Da diese auf Dauer jedoch aufgrund der zunehmenden Verknappung eher steigen dürften, wird Holz seinen hohen Stellenwert bei der nationalen Energieversorgung neben Windkraft und Solarenergie behaupten. Eine nachhaltige Holz- und Forstwirtschaft sind jedoch unabdingbare Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Nutzung dieses Rohstoffes.


