Nur der Wind versorgt Menschen schon länger mit Energie

Die menschliche Evolutionsgeschichte ist voller wunderbarer Ideen, sich das Leben zu vereinfachen. Der Wind half Menschen von der Eisen- in die Bronzezeit, weil sie ihn nutzten, um Öfen zum Glühen zu bringen, die ohne seine Kraft niemals die Hitze hätten entwickeln können, die es gebraucht hätte, um Metalle zu schmelzen...und zu verbinden, zu 'legieren'.

Um Fische zu fangen, kann man ordentlich Muskelkraft aufwänden, um ihnen hinterherzujagen oder sie in Netzen zu fangen, man kann aber auch einfach die Kraft des Wassers nutzen, die sie ganz von selbst in sie hineindrängt. Das wußten Fluss- und Tidenfischer schon vor mehr als 1000 Jahren. Sie nutzten die Kraft von Bächen, von Strömen und von Ebbe und Flut.

Manchmal scheint es, als müsse man sich nur auf die Anfänge menschlicher Entwicklung zurückbesinnen, um die Probleme der Zukunft bewältigen zu können.

Übersetzen

Das erste Problem, das unsere Vorfahren zu bewältigen hatten, war das 'Übersetzen' von einer Kraft - der des Fließens - auf ein anderes System. Mit der Erfindung des Zahnrades, die ja schon die Nutzung von Wind so 'beflügelt' hatte, war auch die Übersetzung von Wasser in Kraft nur noch eine Frage der Zeit.

Vor allem in Bergregionen nutzen Bauern schon seit Jahrhunderten die zahllosen Bäche als Muskelkraftersatz, weil die durch das Gefälle entstehende Fließgeschwindigkeit ein ganz erheblicher Kraftprotz ist. Noch heute klicken da kleine Wasserräder in Miniaturwasserläufen, die mit feinem Drähten verbunden sind und halten Kühe in Schach, weil die vom Wasserrad generierten 6 Watt Spannung völlig ausreichen, eine Kuh vom Ausbrechen abzuhalten.

Netze

Aber gehen wir von den ganz kleinen Wasserläufen mal zu einem ganz großen. Wichtig für die 'Übersetzung' von Fließkraft in Strom und vor allem dessen 'Bevorratung' war der 'Krieg der Systeme', der an den Niagarafällen stattfand.

Dieser 'Krieg' war ein wenig so wie der zwischen Video 2000 und VHS, wie der zwischen CD-Rom und Blue Ray.

Nikola Tesla - ein russischer Immigrant - verlor die Schlacht gegen Edison und gewann den Krieg. Weltweit kommt aus unseren Steckdosen heute 'Wechselstrom' und nicht der von Edison bevorzugte 'Gleichstrom'.

Das, was heute Touristen bewundern, wenn sie an den Niagarafällen stehen, ist etwa ein Drittel der Wassermenge, die fließen würde, wenn nicht ein großer Teil der enormen Kraft, die entsteht, wenn viel Wasser ein Gefälle herunterschießt, an Kraftwerke abfließen würde.

Kraftverteilung

Neben den Kraftwerken um die Niagarafälle gibt es Kraftwerke in eigens für die Wasserkraftgewinnung geschaffenen Gefällen. In den Staaten sind manche umstritten. Der Colorado River - aufgestaut zuerst durch den Hoover Dam am Ende des Grand Canon, dann noch durch den Glen Dam an seinem Anfang, dient bei beidem Dämmen nicht nur als Energie-, sondern auch als Tinkwasserspender für ein extrem großes und wucherndes Besiedelungsgebiet.

In Deutschland dagegen sind Talsperren nicht nur Energielieferanten, sondern auch Naherholungsgebiete.

Was wir in der Krombacher-Werbung sehen und für ursrprüngliches Deutschland halten, ist eine Talsperre, der wir Wasserkraft und Trinkwasser verdanken.

Wo Wasserkraft am schönsten ist

Am schönsten ist Wasserkraft in Finnland. Da muss man in Natur kaum eingreifen und kann sie nutzen. Wer Hänge hat, über die sich natürlich Wasser stürzt, der muss keine 100m hohen Mauern bauen.

Wer Tidenhub hat (Fließkraft), der muss sich eigentlich keine großen Sorgen machen darüber, woher die Kraft für seinen Toaster morgen kommt.

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