Gezeitenkraftwerke

Ein Gezeitenkraftwerk heißt so, weil es von der Natur und ihren periodischen Gezeiten hergeleitet wird. Durch die wechselnden Meeresspiegel, auch Tidenhubs genannt, erzeugt es elektrischen Strom. Vereinfacht: Ein Gezeitenkraftwerk ist ein Wasserkraftwerk, das die Energien, die von Ebbe und Flut ausgehen, in Strom umsetzt. Die Energie, die sie durch dieses Verfahren benötigen, ist also am Ende abhängig von den Umdrehungen der Erde. Denn egal ob die Erde gerade zur Sonne oder zum Mond gedreht ist, beides zieht an- Anziehungskraft. Die Gezeitenkraftwerke bestehen aus Elementen, die das Wasser stauen. Aber da das Wasser mit Schwung in diesen Staudamm hineinfließt, will es auch weiter und das ist die Energie, die uns mit Strom versorgt.

Die Funktionsweise

Wie oben schon erwähnt ist das Grundprinzip der Kraftwerke ein Staudamm. Gezeitenkraftwerke werden an Gewässer, die besonders lebendig sind gebaut. Das können Meeresbuchten sein, aber auch Flussmündungen. In der Fachsprache sagt man: Gewässer, mit einem besonders hohen Tidenhub. Dabei beschreibt der Tidenhub nichts anderes als den Unterschied zwischen den Wasserpegeln bei Hoch- und Niedrigwasser. Um diese Veränderung, der Tidenhub, zu nutzen errichtet man vor den Buchten Deiche, die eine dämmende Funktion haben. Er hat deshalb eine dämmende Funktion, weil in ihm Turbinen installiert sind, die von dem ein- und ausfließenden Wasser in Gang gesetzt werden. Damit das Ganze funktioniert, also die Turbinen sich je nach Wasserbewegung in beide Richtungen bewegen können, ist es notwenig die Rotorenblätter umzustellen. Die Turbinen, die das ermöglichen nennt man Rohrturbinen. Aber nicht nur dieses Verfahren allein macht die Gezeitenkraftwerke ökologisch so wertvoll, sondern auch weil sie in der Lage sind überschüssigen Strom, anderer Kraftwerke zu nutzen, also in zusätzlichen Strom umzuwandeln. In dem Fall nennt man es dann nicht nur Gezeitenkraftwerk, sondern auch Pumpenspeicherkraftwerk.

Ökonomie

Auf der ganzen Welt verstreut gibt es etwa 100 geeignete Buchten, die das Mindestmaß, also die minimale Tiefe vorweisen. Allerdings sind nicht alle für die Stromkonzerne nutzbar. Das Gezeitenkraftwerk, gebunden an Ebbe und Flut, kann keinen regelmäßigen, elektrischen Strom abgeben. Ebbe und Flut wechseln sich, im Abstand von ca. zwölf Stunden, ab.

Zu dem kommt, dass salzige Gewässer nicht gerne genutzt werden, weil das Salz, die Turbinen angreift. Das bedeutet natürlich für den Betreiber der Turbinen höhere Ausgaben, als wenn er die Kraftwerke im Süßwasser nutzen würde. Zusätzlich sollte man bedenken, dass so ein Gezeitenkraftwerk die Flora und Fauna um seinen Standpunkt negativ verändert. Denn, das Wasser, das durch dieses Kraftwerk geflossen ist, verändert seine Phasen und den Elan mit der es ursprünglich gekommen ist. Das hindert Tiere ihr gewohntes Dasein zu führen. Denn Wassertiere wandern durch Flussmündungen, also an den Stellen, an denen das Gezeitenkraftwerk gebaut ist. Das Resultat daraus ist, dass es nicht als Stromerzeuger genommen werden kann, der genug produzieren könnte um einen Großteil der Bevölkerung zu versorgen.

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